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Holzplastik des Hl. Simon im Ühledömche Distelrath. © Foto: Karl-Heinz Meurer | WikipediaHolzplastik des Hl. Simon im Ühledömche Distelrath. © Foto: Karl-Heinz Meurer | WikipediaSimon Zelotes


Über Simon ist uns nicht viel bekannt. Wer aufmerksam die Stellen nachliest, in denen er auftaucht,
wird zwei unterschiedliche Bezeichnungen finden. Matthäus und Markus nennen den Beinamen „Kanans“, Lukas sagt: „Zelot“. Die oft zu findende Lesart, die Simon als Kanaanäer begreift, geht wahrscheinlich auf einen Übersetzungsfehler des hebräischen Wortes zurück, das keinen Ort (Kanaan) bezeichnen will, sondern übersetzt soviel wie „eifern“ bedeutet.

Das weist in die gleiche Richtung wie „Zelot“. Die Zeloten waren eine straff organisierte jüdische Sekte, die sich als schlagkräftge Gruppe auch militärisch organisierte, um dem erwarteten Messias zur Verfügung stehen zu können. Zwar wissen wir nicht, wie es um Simons Temperament stand, doch es ist davon  auszugehen, dass er nach Pfingsten als Missionar gen Osten gegangen sein wird. Die Überlieferung spricht von seinem Wirken in Persien oder Babylonien. Dort soll er schließlich auch den Märthyrertod erlitten haben.

Auch hier weiß die Überlieferung mehr als die uns zugänglichen Quellen. In der Raschauer Kirche fanden wir Simon im Kreis der Apostel mit einer großen Säge dargestellt. Sie weist auf eine qualvolle Hinrichtung durch Zerteilen des Apostels hin. Andere sprechen davon, dass er den Kreuzestod erlitten haben soll. In allem – im Eifer, im Dienst der Mission und im Zeugnis bis in den Tod ist Simon also ein Mann, der offenbar ganz und gar für Jesus brannte und dabei völlig von sich selbst abgesehen hat. Er stellt uns also mit seinem Leben die Frage: „Was bist du bereit, für Jesus einzusetzen?“ Dabei geht es im Letzten nicht um ein besseres Christsein im Sinn von der größeren Leistung. Sondern es geht um die grundsätzliche Frage, ob Glaube denn allein eine innere Haltung sein kann, die niemanden etwas anzugehen braucht, oder ob meine Liebe zu Jesus auch sichtbar werden kann, wenn nicht sogar sichtbar werden sollte.

Was bin ich bereit, für meinen Herrn zu tun? Inwieweit stehe ich zu ihm auch öffentlich? Bin ich mit Stolz Christ? Es ist schon etwas Besonderes, Christ sein zu dürfen. Natürlich bin ich nicht etwas Besseres als alle anderen. Aber ich glaube, wenn Menschen, die mir begegnen, spüren, dass ich voller Freude Christ bin, dann kann da ein Funke überspringen.

Simon brannte offenbar für seinen Herrn. Und das ist etwas wirklich Wunderbares, das ich einem jeden, der sich Christ nennt, von Herzen wünsche.

Pfr. M. Poppitz, Stützengrün