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Philippus mit einem aufgeschlagenen Buch und dem †-Kreuz in einem Glasfenster nach einem 1849 erstellten Entwurf von A. W. N. Pugin (Foto: Andreas F Borchert | Wikipedia)Philippus mit einem aufgeschlagenen Buch und dem †-Kreuz in einem Glasfenster nach einem 1849 erstellten Entwurf von A. W. N. Pugin (Foto: Andreas F Borchert | Wikipedia)Philippus


Philippus stammt aus Betsaida in Galiläa (Joh 1,44). Während die anderen Evangelien ihn nur unter den Jüngern erwähnen, finden wir bei Johannes mehrere Hinweise auf ihn. So wird uns berichtet, dass er bereits unter den ersten Jüngern war, die Jesus berufen hat.

Freudig nimmt Philippus die Einladung Jesu: „Komm und folge mir nach!“ an und erzählt Nathanael davon: „Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth.“ – Das ist ein erster Impuls.
Philip
pus behält seine Einsicht offensichtlich nicht für sich. Er hält nicht verschämt zurück, was ihn begeistert, sondern seine Überzeugungen teilt er mit anderen. Es ist nicht einfach ein Gefühl, ein Strohfeuer, sondern ein Bekenntnis, das auf der Einsicht steht: Dieser Jesus ist der, von dem die Schrift Zeugnis gibt. Philippus kennt sich aus in seiner Bibel. Wie gut, wenn wir in ihr zu Hause sind und unser Erleben ins Gespräch mit ihr bringen können.

Doch damit ist Philippus offensichtlich nicht gegen alle Herausforderungen immunisiert. In Joh 6 lesen wir, dass er angesichts der enormen Aufgabe, Menschen, die zu Jesus kommen, auch satt zu machen, an seine Grenzen stößt. Auch wir sehen oft auf die Möglichkeiten, die wir haben und schätzen nüchtern ein, dass die nicht ausreichen angesichts der Probleme, vor die wir gestellt sind. Dabei übersehen wir, dass wir in allem mit unserem Herrn rechnen können.

Das ist ein unschätzbares Pfund, das uns im Glauben gegeben ist. Gott kann unserem Mangel aufhelfen.Das ist kein Automatismus, sondern eine Glaubensüberzeugung, auf die wir bauen dürfen. Ich bin nicht allein und nur auf mich und meine Kräfte zurückgeworfen. In dieser Zuversicht darf ich mich immer wieder an meinen himmlischen Vater wenden und ihn um seine Hilfe bitten.Weiter schildert Johannes in den Abschiedsreden Jesu ( Joh 14), wie die Jünger nach Sicherheit suchen. Philippus sagt: „Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns.“ Angesichts des Leides, das Jesus seinen Jüngern ankündigt, bittet Philippus um greifbare Gewissheit.

Wer würde sich das nicht auch so wünschen? Aber Jesus ruft sie ins Vertrauen. Die lange Zeit engster Gemeinschaft mit Jesus lässt Vertrauen nicht zur Selbstverständlichkeit werden. Sondern um Vertrauen müssen wir immer wieder ringen und gegen Zweifel ankämpfen. Philippus ist nach Ostern in die Mission gegangen. Die Tradition kennt ihn als Missionar unter den Skythen. Dort soll er schließlich den Märtyrertod am Kreuz gestorben sein. Darum ist sein Attribut auch das Kreuz. Oft wird er auch mit der Bibel gezeigt. Philippus fordert uns heraus zu einem klaren Bekenntnis zu unserem Herrn, das sich stärken lässt durch das Wort, die Heilige Schrift. Dass sich dieses Bekenntnis immer wieder bewähren muss, hat Philippus gelernt und versucht zu leben. Darin ist er uns ein gutes Ge-genüber.

Pfarrer M. Poppitz