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Judas Ischariot



Judas mit dem Geldbeutel beim letztem Abendmahl Ausschnitt aus der Mitteltafel des Reformationsaltars, Wittenberg, Stadtkirche, 1530, Lucas Cranach d.Ä.Judas mit dem Geldbeutel beim letztem Abendmahl Ausschnitt aus der Mitteltafel des Reformationsaltars, Wittenberg, Stadtkirche, 1530, Lucas Cranach d.Ä.Dass er Jesus, der ihn einst zu einem seiner zwölf engsten Weggefährten berufen hatte und den er als so gütigen Herrn und Meister kannte, verriet, ist eine so unfassbar schreckliche Tat, dass Judas seither als Prototyp des Verräters gilt. Der Name
ist so negativ belegt, dass er z.B. in Deutschland nicht vergeben werden darf.

Dagegen war Judas – die griechische Form des hebräischen Vornamens Juda – zur Zeit Jesu ein beliebter Name. Der Beiname Ischariot mag darauf hindeuten, dass Judas aus der Stadt Karioth stammte. Wenn das zutrifft, dann war er der einzige Judäer unter den Aposteln, denn alle anderen kamen aus Galiläa.

Nach Auskunft des Johannesevangeliums war er mit einer   besonderen Aufgabe im Kreis der Jüngerschar betraut. Er war nämlich für die Finanzen verantwortlich und verwaltete die Spendengelder.

Dass er in dieser Aufgabe unzuverlässig war und Geld veruntreute, wird deutlich bei der Salbung Jesu  durch Maria in Bethanien. Johannes berichtet: „Da sprach … Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb.“ Und kurz nach diesem Ereignis wollte er dann das „Geschäft“ seines Lebens machen: Jesus gegen 30 Silberstücke verraten.

So wird in der bildenden Kunst ein prall gefüllter Geldbeutel zum Attribut des Judas, der im übrigen zur Unterscheidung von den anderen Jüngern ohne Glorienschein, rothaarig (= Verräter) und im gelben Gewand dargestellt wird. (Gelb galt im Mittelalter als Farbe von etwas Üblem.) Die Gelegenheit zum Verrat Jesu an die jüdische Tempelwache ergab sich für Judas dann im Garten Gethsemane, wo er seinen Herrn durch den sprichwörtlichen Judaskuss identifizierte.

Als Judas erfuhr, dass Jesus zum Tode verurteilt worden war, reute ihn seine Tat, die er aber auch durch Rückgabe der Silberstücke an den jüdischen Hohenrat nicht mehr rückgängig machen konnte. Das Urteil über Jesus war gesprochen. Im Matthäus-Evangelium heißt es: „Und Judas warf die Silberlinge in den Tempel, ging davon und erhängte sich.“

Pfarrer Michael Lippky, Bockau