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Jakobus  d.J.  mit  Tuchwalker-stange  Deckenfresko  in  der Kirche St. Othmar in Mödling (Österreich)Jakobus d.J. mit Tuchwalker-stange Deckenfresko in der Kirche St. Othmar in Mödling (Österreich)Jakobus der Jüngere 

Wie  wir  bereits im  Beitrag  über den  Apostel  Jakobus  Zebedäus erfuhren,  gibt  es  im Neuen  Testament  mindestens drei Personen mit dem Namen „Jakobus“.„Jakobus“ ist die latinisierte Form des hebräischen männlichen Vornamens „Jakob“,  den  wir  im  biblischen  Zusammenhang vor allem vom Stammvater des Volkes Israel kennen.

Die Geschichte  der  Geburt  Jakobs  (1. Mose 25) erklärt auch eine mögliche Bedeutung  des  Namens:  „Als  nun die Zeit kam, dass Rebekka gebären sollte, siehe, da waren Zwillinge in ihrem Leibe. Der erste, der herauskam, war  rötlich,  ganz  rauh  wie  ein  Fell, und  sie  nannten  ihn  Esau.  Danach kam heraus sein Bruder, der hielt mit seiner Hand die Ferse des Esau, und sie nannten ihn Jakob.“ (1. Mose 25, 24-26) – „Fersenhalter“.

Nach  einer  anderen  Herleitung  bedeutet der Name „Jakob“ „Gott möge schützen“. Im Neuen Testament trägt diesen Namen nicht nur der Vater des Apostels Judas (vgl. Lk 6, 16; Apg 1, 13)  sondern  sowohl  ein  Bruder  des HERRN Jesus, der vor allem später eine  wichtige  Rolle  in  der  Leitung der  Jerusalemer  Gemeinde  spielte (vgl. Gal 2, 9 u. 12), wahrscheinlich der  Verfasser  des  Jakobusbriefes ist und, wie der spätantike Theologe und Geschichtsschreiber Euseb von Caesarea  berichtet,  den  Beinamen „der Gerechte“ führte, als auch zwei der Jünger Jesu hießen Jakobus.

Der  eine  Jakobus  war  der  Bruder  des Jüngers  Johannes  und  wie  dieser  ein Sohn des Zebedäus. Er trug den Beinamen „der Ältere“. Über ihn konnten wir in der Reihe „Die zwölf Apostel“ schon lesen. Der andere Jünger Jakobus war der  Sohn  des Alphäus. 

Über  ihn  wäre hier zu erzählen, doch wissen wir über ihn,  der  in  den Apostellisten  immer  an einer  der  letzten  Stellen  steht  (Mk  3, 13-19; Mt 10, 1-4; Lk 6, 12-16), nicht viel mehr als seinen Namen. Annehmen darf man aber, dass er es ist, der – vielleicht wegen seiner kleinen Gestalt, in jedem Fall aber zur besseren Unterscheidung –  den  Beinamen „der  Kleine“/ „der Jüngere“  (Mk  15, 40)  trägt. 

Demnach  gehörte  seine Mutter Maria zu jenen Frauen, die Jesus nachfolgten (vgl. Mk 15, 40;16, 1;  Mt  27, 56; Lk 24, 10).

Weitere gesicherte Einzelheiten könne n über diesen Mann aus  dem  allerengsten  Kreis  um Jesus nicht gesagt werden. Das  mag  verwundern  oder  sogar  enttäuschen.  Seine Gefolgschaft  zum  HERRN  allein  zählt!

Das gilt wie bei ihm so für uns.In der Kunst wird Jakobus der Jüngere oft  mit  einer Tuchwalkerstange  dargestellt, weil er der Legende nach mit einer solchen erschlagen worden ist. Wie auch immer: Er ruhe im Frieden Gottes!

Pfarrer Michael Lippky, Bockau