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Griechische Ikone des Apostels Andreas Quelle: WikipediaGriechische Ikone des Apostels Andreas Quelle: WikipediaAndreas

Der „Mannhafte“ – das ist die Bedeutung des Namens Andreas. Und die späteren Überlieferungen haben reichlich Phantasie sprießen lassen, um den mannhaften Heldenmut des Apostels anschaulich zur Darstellung zu bringen.

Aus den Evangelien freilich er
fahren wir nicht allzu viel über ihn.
Es wird vermerkt (Joh 1,44), dass er mit seinem Bruder Petrus aus Betsaida stamme, einer Stadt am See Genezareth. Beide Brüder sind ursprünglich Fischer gewesen. Nach der Erzählversion der drei ersten Evangelien sind sie am See Genezareth in Ausübung ihres Fischerberufes Jesus begegnet und von ihm – sozusagen im „Doppelpack“ – zu Jüngern berufen worden.

Ganz anders im Johannesevangelium: Demnach ist Andreas ursprünglich ein Jünger des Täufers Johannes gewesen. Auf einen Hinweis des Täufers hin findet er zu Jesus und schließt sich diesem an. Dabei veranlasst er auch seinen Bruder Petrus, Jesusjünger zu werden.Es ist (mit guten Gründen) anzunehmen, dass der Bericht des Johannesevangeliums der zutreffendere sein dürfte. Nach Ostern, so berichten spätere Quellen, soll Andreas u. a. in Griechenland, in Kleinasien, in der heutigen Ukraine und sogar in Georgien gewirkt haben.

Andreas hat, so die Überlieferung, Maximilla, die Ehefrau des Statthalters der Provinz Achaja in Patras namens Aegaetus, von einer Krankheit geheilt und zum Christentum bekehrt. Als ihr Beichtvater und Seelsorger riet er ihr für die Zukunft zu strikter ehelicher Enthaltsamkeit. Maximilla befolgte diese Empfehlung konsequent, was den Ehemann sehr verdross und diesen gegen den Apostel und das Christentum aufbrachte: Vom Statthalter aufgefordert, dem christlichen Glauben abzuschwören, dachte Andreas überhaupt nicht daran – ganz im Gegenteil: Durch fortgesetzte Christuspredigt reizte der Apostel den Statthalter zur Weißglut. Aegaetus ließ ihn daraufhin foltern und verurteilte ihn zuschlechterletzt zum Tode am Kreuz.

Da nun Andreas
zum Kreuz geführt wurde, soll er glaubensfroh gesungen haben, so dass der Eindruck entstand, er freue sich auf seine Kreuzigung. Drei Tage soll er am Kreuz (in diagonaler Ausführung - „Andreaskreuz“) zugebracht ha-ben, allerdings diese Zeit und Gelegenheit nutzend, um den zahlreichen Anwesenden das Evangelium zu verkündigen. Etliche Hörer waren so sehr von dieser glaubensstarken Per-sönlichkeit beeindruckt und gleichermaßen von Mitgefühl für den Delinquenten erfüllt, dass sie ihn vom Kreuz befreien wollten. Allein Andreas verbat sich diese Aktion und bestand auf seinem Martyrium. Als sein Todestag gilt schließlich der 30. November.

Andreas steht in hohem Ansehen als Apostel Kleinasiens. Er gilt als erster Patriarch von Konstantinopel und wird als Nationalheiliger Rußlands, Rumäniens und Schottlands verehrt. Wenn die spätere Überlieferung das Leben des Apostels ins Phantastische verklärt haben mag, so haben diese Ausschmückungen und Übertreibungen doch auch eine erbauliche und glaubensstärkende Wirkung ausgeübt.

Christof Schumann, Johanngeorgenstadt