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Lieder der ReformationLieder der ReformationReformationsjubiläum 2017

Unser Reformationsreigen geht natürlich auch in diesem Jahr weiter, zumal wir nun in den Höhepunkt der Reformationsdekade, das eigentliche 500. Reformationsjubiläum einsteigen.

Die Reformatoren transportierten ihre Botschaften wesentlich durch Lieder. Dabei bedienten sie sich bekannten Volksliedgutes ebenso, wie alter Kirchenlieder, die sie eindeutschten oder mit neuen Texten versahen. Allein im Evangelischen Gesangbuch(EG)  finden sich 32 Lieder, die in Text oder/und Melodie auf Luther zurückgehen.

Die Pfarrer des Eibenstocker Pfarrkonventes


Die Beiträge des vergangenen Jahres können Sie übrigens in unserem Archiv unter
Reformationskalender 2016  nachlesen.




Protestantische Liederdichter – Christian Fürchtegott Gellert:

Christian Fürchtegott Gellert wurde am 04. Juli 1715 in Hainichen (Sachsen) geboren. Er wuchs auf als Sohn eines armen sächsischen Pfarrers. Er absolvierte die Meißner Fürstenschule St. Afra. Anschließend studierte er in Leipzig Theologie. Weil er bei seiner ersten Predigt vor Lampenfieber steckenblieb, bekam er massive Zweifel an seiner Eignung als Geistlicher und nahm Abstand vom Pfarrberuf. Stattdessen wirkte er zunächst als Erzieher, sodann vor allem als Hochschullehrer für Philosophie und Moral-Lehre. Hier war er freilich mehr als erfolgreich: Seine Vorlesungen erfreuten sich eines sehr regen Zuspruches. Oft hatte er über vierhundert Hörer! Seine „Moralischen Vorlesungen“ haben eine ganze Generation von Studenten geprägt und „erzogen“. Gellerts Moralphilosophie gipfelt in der Überzeugung, dass alle Sittlichkeit einzig aus dem Glauben an einen wirklichen Gott erwachse.

Christian Fürchtegoot GellertChristian Fürchtegoot GellertGoethe, der als Student bei ihm Vorlesungen gehört hatte und ihn fortan verehrte, bezeichnete Gellerts Schriften als „das Fundament der deutschen sittlichen Kultur“.
Außerdem dichtete Gellert Lieder, Fabeln, bürgerliche Lustspiele und Erzählungen. Seine gereimten Fabeln und Erzählungen sind gespickt mit Witz und Humor und enthalten dabei eine tiefere Wahrheit.

Seine zahlreichen Lieder hat  er 1757 zusammengefasst herausgebracht unter dem Titel „Geistliche Oden und Lieder“. Seine Lieder haben große Resonanz gefunden und sind zum Teil bis heute beliebt: Sechs Lieder davon finden sich in unserem Evangelischen Gesangbuch (EG 42, 91, 115, 412, 451 u. 506).
Sein geistliches Lied „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ hat durch Beethovens Vertonung Weltberühmtheit erlangt.



Gellerts Lebenseinstellung versöhnte und verband in sich die aufgeklärte Vernunft mit empfindsamer Herzensbildung und mit tiefer bibelbezogener Frömmigkeit. Ein Beispiel davon gibt uns das bekannte Osterlied, das häufig bei Trauerfeiern gesungen wird: „Jesus lebt, mit ihm auch ich“ (EG 115). Die beiden letzten Stophen lauten:

„Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.
Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: „Herr, Herr, meine Zuversicht.“

Christian Fürchtegott Gellert ist am 13. Dezember 1769 vierundfünfzigjährig in Leipzig verstorben.           

Christof Schumann, Johanngeorgenstadt