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Lieder der ReformationLieder der ReformationReformationsjubiläum 2017

Unser Reformationsreigen geht natürlich auch in diesem Jahr weiter, zumal wir nun in den Höhepunkt der Reformationsdekade, das eigentliche 500. Reformationsjubiläum einsteigen.

Die Reformatoren transportierten ihre Botschaften wesentlich durch Lieder. Dabei bedienten sie sich bekannten Volksliedgutes ebenso, wie alter Kirchenlieder, die sie eindeutschten oder mit neuen Texten versahen. Allein im Evangelischen Gesangbuch(EG)  finden sich 32 Lieder, die in Text oder/und Melodie auf Luther zurückgehen.

Die Pfarrer des Eibenstocker Pfarrkonventes


Die Beiträge des vergangenen Jahres können Sie übrigens in unserem Archiv unter
Reformationskalender 2016  nachlesen.




Jan Hus (1370-1415)

„HeuLuther mit SchwanLuther mit Schwante bratet ihr eine Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan entstehen.“ So rief Jan Hus seinen Henkern zu, als die ihn in Konstanz 6.Juli 1415 auf den Scheiterhaufen hinrichteten. Dazu muß man wissen:  Auf Tschechischbedeutet Husa Gans. Und infolge dessen wurde der Schwan auch zu einem Symbol für Martin Luther. Weniger bei uns als in Norddeutschland findet er sich als Wetterfahne auf Lutherischen Kirchen, in den Niederlanden sogar zur Abgrenzung von Reformierten Gemeinden. Jan Hus ist einer der sogenannten Vorreformatoren. Wie die Jahreszahl zeigt, brodelte es offenbar schon lange vor der Mitteldeutschen Reformation im Kirchenvolk. Jan Hus predigte in Prag lange vor Luther gegen Simonie- den Kauf von kirchlichen Ämtern ebenso, wie gegen den Reichtum des Klerus. Seine Predigten zogen die Massen an. Als Rektor der Prager Universität war sein Einfluss so groß, dass der Prager Erzbischof ihm Predigtverbot erteilte und schließlich den Kirchenbann gegen Hus erwirkte. Als der dann auch noch der Stadt verwiesen werden sollte, kam es zum Aufstand der Prager. Huss konnte vorerst unter dem Schutz von König Sigismund bleiben, musste aber schließlich doch die Stadt verlassen. Seine Predigt richtete sich zunehmend gegen das Papsttum. Er lehrte Christus als alleiniges Haupt der Kirche. Darum dürfe es auch in der Kirche keine Hierarchien geben. Um seine Sache zu verteidigen, reiste Hus zum Konzil nach Konstanz. Doch die erhoffte Möglichkeit, sich zu erklären, wurde ihm versagt. Vielmehr verlangte das Konzil, dass Hus seine Lehren widerrufen sollte. Doch Hus blieb standhaft. 

In dem auf ihn zurückgehenden Lied „O lieber Herre Jesu Christ“ (EG 68) heißt es in Strophe 7: „O Christe, versammle dein Heer, regiere es mit treuer Lehr, deinem Namen zu Lob und Ehr aus Genaden.“ Hus sah sich als ein getreuer Nachfolger unseres Herrn Jesus Christus. Er war ihm alleiniger Maßstab für Leben und Lehre. Darum konnte er ebenso wenig widerrufen wie Luther reichlich 100 Jahre später auf dem Reichstag zu Worms. Unmittelbare Folge seiner Hinrichtung war die Hussitische Bewegung, die die Gleichheit aller Christen propagierte und breite Anhängerschaft im Volk fand. Sie mündete in den sog. Hussitenkriegen, in denen die Anliegen des Vorreformators aber immer mehr aus dem Blick gerieten.  

TextfeldWas bleibt, ist sein standhaftes Zeugnis, sein allein auf das Heil in Christus ausgerichtetes Predigen und die Einsicht, dass unser Tun im Glauben auf Hoffnung hin geschieht und die Saat der Hoffnung auch durch Gottes Gnade Früchte tragen wird, selbst, wenn man davon zu eigenen Lebzeiten nichts sehen kann.


Pfr. Michael Poppitz, Stützengrün

Jan Hus wird am 6. Juli 1415 in Konstanz auf dem
Scheiterhaufen verbrannt (Blatt aus der Spiezer
Chronik 1485)Jan Hus wird am 6. Juli 1415 in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Blatt aus der Spiezer Chronik 1485)