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Vom 18. bis 24. September Bibelwoche zum Matthäusevangelium: „Wir haben
seinen Stern gesehen“
Im Paul-Gerhardt-Haus

Beginn jeweils 19:30 Uhr

Anfangsmomente

Alle Dinge auf dieser Welt haben einen Anfang. Das neue Jahr hat begonnen, die Sonne geht auf und wieder unter, irgendwo wir in diesem Moment gerade ein Kind geboren und ein neues Leben beginnt. Das alles geschieht ohne unser Zutun.

Es gibt allerdings auch  vieles in unserem Leben, mit dem wir bewusst anfangen. Gerade jetzt ist wieder die Zeit der guten Vorsätze. Wir fangen an, morgens die Bibel zu lesen oder beginnen eine Diät, wir machen vielleicht einige Spaziergänge oder fangen an, unsere Schränke aufzuräumen. Wir benutzen noch den neuen Kalender, den wir extra gekauft haben.  Mit dem neuen Jahr geht sozusagen alles auf Anfang. Vieles davon hält allerdings leider nicht lange an - die Macht der Gewohnheit oder der innere Schweinehund können sehr überzeugend sein.

Besonders schwer ist der Anfang bei Dingen, die wir nur ungern machen. Mir geht es  oft so, dass ich gerade diese Dinge gern so lange liegen lasse, bis es wirklich nicht mehr geht. Auf neudeutsch nennt man dies Prokrastinieren.  Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Vertagen auf morgen“. Es gibt wissenschaftliche Studien, die sehr gut erklären, warum man Dinge immer wieder verschiebt. Leider nützt die beste Erklärung nichts, warum man Dinge nicht tut, die getan werden müssen. Davon erledigen sie sich nicht. Wenn ich mich einmal aufgerafft habe, stelle ich hinterher oft fest, dass es gar nicht so schlimm war wie befürchtet. Es ist ein gutes Gefühl, etwas hinter mir zu haben.

Sich vor dem Moment des Anfangens zu drücken scheint schon in der Bibel zu allen Zeiten ein Problem gewesen zu sein, denn im Alten Testament sagt der Prophet Samuel zu König Saul:  „Tu, was dir vor die Hände kommt, denn Gott ist mit dir“ (1. Samuel 10,7) Im Neuen Testament schreibt Paulus in seinem Brief an die Römer: "Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist" (Römer 12,11).

Es scheint also in der Natur des Menschen zu liegen, sich mit dem Anfang manchmal schwer zu tun. Ist Ihnen beim Lesen dieser Zeilen etwas in den Sinn gekommen, mit dem Sie anfangen wollen oder müssen? Fangen Sie spontan an. Öffnen Sie die erste Schublade, gehen Sie den ersten Schritt. Vielleicht können Sie etwas sofort erledigen oder zumindest mit einem größeren Projekt anfangen.

Ist der Anfang einmal gemacht, wird alles Nachfolgende leichter. Und wie sagte Hermann Hesse:

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ - man muss ihn nur erkennen und bewusst erleben.

Einen guten Jahresanfang wünscht Ihnen Susanne Schlesinger

 

Beispiele für Anfangsmomente in der Bibel:

 

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (1. Mose 1)

Der HERR hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er etwas schuf, war ich da.…(Sprüche 16,4)

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. (Johannes 1,1)

Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. (Offenbarung 22,13)

 

Predigttext der Kirchgemeinde Eysölden zum Thema "Ich bin halt so..."
Passivität - "Prokrastination" - "Aufschieberitis" - "Heute-nicht-Syndrom"

 

Amüsanter Vortrag über Prokrastination (englisch, deutsche Untertitel verfügbar)