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Momentaufnahmen

 

Momentaufnahmen 

Nach unserem Exkurs durch das Kirchenjahr soll es in diesem Jahr um besondere Momente gehen. Unser Leben besteht aus einer endlosen Aneinanderreihung von Augenblicken. Die meisten davon kommen und gehen, ohne dass wir sie  bewusst erleben. Nur an einige besondere Momente  können wir uns später noch genau erinnern, weil sie  uns tief beeindruckt haben. Der Moment (von dem lateinischen Begriff momentum „Dauer einer Bewegung“) ist immer das, wozu er gemacht wird.  
 
Ich lade Sie ein, verschiedene Momente des Lebens mit mir zu beleuchten und möchte Sie zum Nachdenken inspirieren. Sicher fallen auch Ihnen Augenblicke Ihres Lebens dabei wieder ein, an die sie lange nicht gedacht haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese besonderen Erinnerungen nutzen, um Gott dafür zu danken. Vielleicht holen Sie auch ein Fotoalbum heraus oder rufen jemanden an, mit dem Sie die Erinnerung teilen. Wenn Sie möchten,  schreiben Sie sich besondere Momente in diesem Jahr auf und lassen Sie am Jahresende Revue passieren. Sie werden erstaunt sein, wie viele besondere Momente wir alle erleben dürfen.

 
Februar: Erstaunliche Momente

 
„Da kann man nur noch staunen…“ – diesen Ausspruch hört man in verschiedenen Versionen sehr oft. Leider ist er mit Kopfschütteln und Unverständnis verbunden.

Dabei ist die Fähigkeit, über etwas zu Staunen, eine der schönsten Dinge, die wir Menschen erleben können. „Staunen ist eine Emotion beim Erleben von Unerwartetem“ gibt Wikipedia Auskunft und widmet dem Thema einen sehr langen Artikel.

In der modernen Gesellschaft wird Staunen bedauerlicherweise mit Unwissenheit oder auch vielleicht etwas Einfältigkeit gleichgesetzt. Wir haben doch alles schon gesehen und können so vieles wissenschaftlich erklären, dass für das bloße Staunen kein Platz mehr bleibt.

Aber schließen Staunen und Wissen einander aus? Auf unserer USA-Reise hatten wir die Gelegenheit, großartige Landschaften zu besuchen, die von der Natur geschaffen wurden. Der Bryce Canyon mit seinen orange leuchtenden Sandsteinspitzen oder der Antelope Canyon mit wellenförmigen Felsen, die durch überirdisches Licht beleuchtet werden. Die Weite des Grand Canyon, die Felsen des Monument Valley – wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und konnten den Ausruf: „Wow, ist das schön!“ gar nicht mehr zählen. Natürlich wissen wir, es ist Sandstein, der vor Jahrmillionen ein Meeresgrund war und in Schichten abgelagert wurde. Dann hob er sich durch Erdplattenverschiebung und wurde von Wind, Wasser und Frost zu dem geformt, was wir heute sehen. Trotzdem ist es einfach ein wunderschöner Anblick, der ehrfürchtig und demütig werden lässt.

Ebenso staunten wir in Las Vegas über die riesigen Hotelgebäude, den Ideenreichtum der Architekten, die ganze Stadtteile von Venedig, New York, Paris oder dem antiken Rom nachgebildet haben. Die riesigen Werbetafeln oder die Wasserspiele im Bellagio – sagenhafte Anblicke, die der menschlichen Vorstellungskraft entsprungen sind – einfach erstaunlich.

Oder der Fortschritt der Technik, z.B. die Flachbildfernseher mit sensationell scharfem Bild, Handys, die alles Mögliche können. Jules Verne schrieb vor 145 Jahren seinen fantastischen Roman „Reise um die Erde in 80 Tagen“ – heute können wir in 80 Stunden um die Welt reisen. Auch auf dem Mond waren wir schon und auf dem Meeresgrund. Ständig werden neue Dinge erfunden oder vorhandene verbessert. Wenn das nicht erstaunlich ist... unsere Großeltern hätten sicher nicht für möglich gehalten, was heute selbstverständlich ist.

Nicht nur große Dinge können in Erstaunen versetzen – Schneeflocken als perfekter sechseckiger Stern, eine gefleckte Orchidee, deren Blüten alle exakt gleich aussehen, das Erwachen der Natur im Frühling – eigentlich ist das alles zum Staunen.
 
„Wer staunen kann, lernt sehen“ sagte Erhard Blanck. Recht hat der. Bestaunt man etwas, so nimmt man sich die Zeit, es wirklich anzusehen und wahrzunehmen. Nur bei genauer Betrachtung erschließen sich Details, werden Zusammenhänge sichtbar oder einfach ein Wunder offenbar, über das wir eventuell hinweggesehen haben.
Und auch die Bibel fordert zum Staunen auf. Im Buch Habakuk heißt es: „Seht und verwundert euch!“ (Kap. 1,5), an vielen weiteren Stellen werden staunende Menschen erwähnt.

Deshalb ist mein Wunsch an Sie: „Schauen Sie und staunen Sie!“

Viele erstaunliche Momente im Februar wünscht Ihnen Susanne Schlesinger

Bryce Canyon im Sonnenuntergang © Susanne SchlesingerBryce Canyon im Sonnenuntergang © Susanne Schlesinger