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Momentaufnahmen

 

Momentaufnahmen 

Nach unserem Exkurs durch das Kirchenjahr soll es in diesem Jahr um besondere Momente gehen. Unser Leben besteht aus einer endlosen Aneinanderreihung von Augenblicken. Die meisten davon kommen und gehen, ohne dass wir sie  bewusst erleben. Nur an einige besondere Momente  können wir uns später noch genau erinnern, weil sie  uns tief beeindruckt haben. Der Moment (von dem lateinischen Begriff momentum „Dauer einer Bewegung“) ist immer das, wozu er gemacht wird.  
 
Ich lade Sie ein, verschiedene Momente des Lebens mit mir zu beleuchten und möchte Sie zum Nachdenken inspirieren. Sicher fallen auch Ihnen Augenblicke Ihres Lebens dabei wieder ein, an die sie lange nicht gedacht haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese besonderen Erinnerungen nutzen, um Gott dafür zu danken. Vielleicht holen Sie auch ein Fotoalbum heraus oder rufen jemanden an, mit dem Sie die Erinnerung teilen. Wenn Sie möchten,  schreiben Sie sich besondere Momente in diesem Jahr auf und lassen Sie am Jahresende Revue passieren. Sie werden erstaunt sein, wie viele besondere Momente wir alle erleben dürfen.

 
Oktober: Herzliche Momente

Die vergangenen Wochen standen unter dem Motto „Ich hab mein Herz verloren - in Schönheide und anderswo“ und in der Jahreslosung: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist geben“, geht es ebenfalls um das Herz.  Ich möchte es auch noch einmal aufgreifen, denn es liegt mir am Herzen.

Sicher fallen Ihnen auf Anhieb auch zehn oder mehr Redewendungen ein, die das Wort „Herz“ enthalten. Ein Herz für etwas haben, jemanden ins Herz treffen, auf sein Herz hören, etwas auf Herz und Nieren prüfen, sein Herz verschenken …
Woher kommt es, dass sich die Menschen (und Poeten) so viel mit einem eigentlich unromantischen Muskel von der Größe einer Faust befassen?

Das Herz galt bereits bei den alten Ägyptern als Sitz des Verstandes. Im Totengericht wurde es symbolisch gegen eine Feder aufgewogen. Wer also ein schweres Herz hat (oder wem schwer ums Herz ist), der hat wahrscheinlich eine Schuld auf sich geladen und fällt durch.  

Solange das Herz schlägt, wird Blut durch die Adern gepumpt und der Mensch oder auch das Tier lebt. Das ist durch den Puls fühlbar oder sogar bei einer Verletzung sichtbar, dies wussten bereits die Menschen im Alten Testament.

Hier wird das Herz bereits häufig erwähnt, auch im Zusammenhang mit einem „weisen Herz“ oder „reinen Herz“, also nicht ausschließlich als lebenserhaltenes Organ, sondern auch als Sitz des Verstandes und der Weisheit und Tugend. Über das Gehirn wusste man damals noch zu wenig.

Herzen am Band als Geschenke beim GottesdienstHerzen am Band als Geschenke beim Gottesdienst




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Erst später wurde der Verstand dem Kopf und das Gefühl dem Herz zugeordnet und die Formulierung: „Der Kopf sagt nein, das Herz sagt ja“ ist bis heute im übertragenen Sinne geblieben. Das Herz ist damit das Symbol für Liebe und Gefühle geworden.

Aber nicht nur in Liebesangelegenheiten begegnen wir dem Herz. „Herzlich Willkommen“, lesen wir auf Webseiten in Infobroschüren oder auf Plakaten. Eine „herzliche Einladung“ wird ausgesprochen. „Herzlichen Dank“ sagen wir, wenn jemand etwas für uns tut. Wenn Sie einen netten, persönlichen Brief schreiben, unterzeichnen sie ihn vielleicht mit „Herzliche Grüße“ oder „Herzlichst, Ihr…“. „Herzlich gern“ lautet eine etwas altmodische Antwort, wenn Sie jemand um etwas bittet und Sie der Bitte gern nachkommen.
Vielleicht meinen wir es nicht immer aus vollem Herzen, jedoch immer positiv, sonst würden wir das Wort „Herzlich“ nicht verwenden.

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist unsichtbar für die Augen.“, sagt der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry. Er meint damit, dass die Augen zwar näher am Verstand sind, jedoch das Gefühl herzlicher Zuneigung wichtiger ist.

Fassen Sie sich also ein Herz, lachen Sie wieder einmal aus vollem Herzen und lassen Sie Ihr Herz sprechen. Und nehmen Sie sich nicht alles so zu Herzen, sondern danken Sie Gott von ganzem Herzen für jeden Tag.

Herzlichst, Ihre Susanne Schlesinger