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Momentaufnahmen

 

Momentaufnahmen 

Nach unserem Exkurs durch das Kirchenjahr soll es in diesem Jahr um besondere Momente gehen. Unser Leben besteht aus einer endlosen Aneinanderreihung von Augenblicken. Die meisten davon kommen und gehen, ohne dass wir sie  bewusst erleben. Nur an einige besondere Momente  können wir uns später noch genau erinnern, weil sie  uns tief beeindruckt haben. Der Moment (von dem lateinischen Begriff momentum „Dauer einer Bewegung“) ist immer das, wozu er gemacht wird.  
 
Ich lade Sie ein, verschiedene Momente des Lebens mit mir zu beleuchten und möchte Sie zum Nachdenken inspirieren. Sicher fallen auch Ihnen Augenblicke Ihres Lebens dabei wieder ein, an die sie lange nicht gedacht haben. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese besonderen Erinnerungen nutzen, um Gott dafür zu danken. Vielleicht holen Sie auch ein Fotoalbum heraus oder rufen jemanden an, mit dem Sie die Erinnerung teilen. Wenn Sie möchten,  schreiben Sie sich besondere Momente in diesem Jahr auf und lassen Sie am Jahresende Revue passieren. Sie werden erstaunt sein, wie viele besondere Momente wir alle erleben dürfen.

 

April: Momente der Entscheidung, Teil 1

 

Ich habe eine sehr liebe Freundin. Nur eine Sache treibt mich an den Rand des Wahnsinns – wenn wir etwas zum Anziehen kaufen gehen, dauert es immer endlos. Wir könnten schon so schön beim Mittagessen oder einem Kaffee sitzen, aber wir probieren immer noch eine gefühlte Ewigkeit ohne Ergebnis und gehen meist mit leeren Händen aus dem Laden. Sie kann sich einfach nicht entscheiden.  
 
Wissenschaftler haben festgestellt, dass wir uns täglich rund 20.000 Mal entscheiden, davon aber vielleicht nur zehn bis 12 Mal bewusst. Die anderen Entscheidungen treffen wir instinktiv oder einfach so, ohne groß darüber nachzudenken. Schon morgens die Augen aufzumachen und aufzustehen sind Entscheidungen, gefolgt von der Entscheidung, was Sie anziehen werden oder zum Frühstück essen. Sie entscheiden sich, die Straße zu überqueren oder zu warten, wählen aus verschiedenen Käsesorten im Supermarkt oder schauen ein bestimmtes Fernsehprogramm.  
Größere Entscheidungen durchdenken wir natürlich meist länger und sorgfältiger, bevor wir sie in die Tat umsetzen.  

 

Viele Entscheidungen lassen sich recht einfach korrigieren  Eine Waschmaschine kann man umtauschen, ein Auto wieder verkaufen, die Jacke in der auffälligen Farbe ist bald in der Altkleidersammlung gelandet. Schwieriger wird es bei der Wahl des  Berufsweges oder des Lebenspartners. Hier ist das natürlich nicht so einfach. Aber auch diese Entscheidungen lassen sich berichtigen, auch wenn es aufwändig und teuer wird. Jeder von uns kennt sicher den Spruch: „Und prüfe, wer sich ewig bindet…“.  
 
Wichtig ist jedoch, sich überhaupt erst einmal zu entscheiden.  Ewiges Hinauszögern und Unentschlossenheit ist nicht nur nervig (wie beim Klamottenkauf mit meiner Freundin). Es führt dazu, dass sich gar nichts mehr bewegt. Das ist ein Grundproblem unserer Zeit- zu viele Angebote, zu wenige Entscheidungen. Immer häufiger wird abgewartet und immer noch auf ein besseres Geschäft, einen billigeren Preis oder lukrativeren Deal spekuliert. 

EntscheidungenEntscheidungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Menschen hoffen darauf, bei wichtigen Entscheidungen eine klare Botschaft zu erhalten, was sie tun sollen, bevor sie sich entscheiden. Sie googlen, befragen andere oder beten um ein eindeutiges Zeichen. Wofür brauchen wir die Informationen? Sind sie als Auswahl- oder Entscheidungshilfe gedacht?  
 
Oder geht es darum, die Verantwortung für die Entscheidung abzugeben? Bei letzterem ist es sehr bequem zu sagen: „Die Entscheidung lag nicht bei mir“ und damit eine Hintertür offen zu lassen, falls etwas schiefgeht. Politiker machen das sehr gern und auch im alltäglichen Leben begegnen wir oft konfliktscheuen Menschen, die sich nur allzu gern hinter Entscheidungen anderer verstecken und diese nur mittragen, so lange es ihnen einen Vorteil bringt.  

 

Paulus schreibt in seinem Brief an die Thessalonicher 1,21-22: „Prüft aber alles, das Gute haltet fest! Von aller Art des Bösen haltet euch fern! 
 
Er sagt nicht: Überlasst die Entscheidung einem Hinweis oder einem Zeichen, dass ihr von Gott bekommt, sondern spricht im Aktiv und fordert dazu auf, selbst zu prüfen, ob etwas gut ist und nach dem Gewissen zu entscheiden und dazu zu stehen.  

 

Der amerikanische Prediger Bobby Schuller hat es in einer Predigt sinngemäß gut gesagt: „Nicht jede Entscheidung ist richtig, aber keine ist wirklich falsch. Denn auch falsche Entscheidungen verhelfen zu neuen Erkenntnissen, Einsichten und Weisheiten“.  
 
Und wo eine Tür zugeht, geht eine andere Tür auf. Aber auch hier müssen Sie sich entscheiden, ob sie durchgehen wollen. Also, entscheiden Sie sich einfach und vertrauen Sie auf Gottes Führung, auch wenn es kein auffälliges Zeichen gibt, das den Weg weist.  

 

Einen entscheidungsfreudigen April wünscht Ihnen 

Susanne Schlesinger