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Kirchenrallye - so haben wirs erlebt!

4. Station am 25.7. in der Kirche in Blauenthal

 

Eine Kirche muss nicht immer ein reich verzierter, prächtiger Bau mit Turm und Emporen sein. Das zeigt eindrucksvoll das kleine Haus, das der Kirchengemeinde Blauenthal seit vielen Jahren als Kirche dient. So war es am vergangenen Samstag mit 75 Besuchern richtig voll und eng in dem kleinen Saal, als die Sommer-Kirchen-Rallye hier Station machte. 

Der ehemalige Bürgermeister Volker Becher und Pfarrer Volkmar Becher (die fast gleichen Namen sind Zufall!) zeigten in einer beeindruckenden und sehr emotionalen Diashow, wie das heutige Gebäude durch Eigeninitiative gebaut wurde. Zuvor stand an gleicher Stelle eine Holzbaracke, die ebenfalls schon als Raum für die Kirchgemeinde diente.

„Es war ein Wunder“, sagte Herr Becher nicht nur einmal in seinem Vortrag. Anfang der 80iger Jahre zu DDR-Zeiten während der Mangelwirtschaft war schon die Beschaffung von Baumaterial eine Herausforderung. Und doch gab es Beton (vom damals zeitgleich stattfindenden Bau der Talsperre Eibenstock), Eisenträger (zwar zu kurz, also wurde ein Stück eingesetzt), Sand und Dämmwolle immer genau dann, wenn alles gebraucht wurde. Auch die Baugenehmigung fügte sich wunderbar.

Das größte Wunder waren jedoch die zahlreichen freiwilligen Helfer, die Woche für Woche zu den Arbeitseinsätzen erschienen - Jung und Alt klopfte Steine ab und half beim Bau. Herr Becher erzählte von zwei alten „Muddeln“, die aus Wolfsgrün mit ihren Hämmerchen jede Woche zu Fuß kamen. Auch aus Neidhardtsthal und anderen Kirchengemeinden kam Unterstützung.

Im September 1983 konnte die Kirche geweiht werden. Später wurde sie weiter aus- und umgebaut. Auch der Glockenturm kam erst in späteren Jahren hinzu. Die Glocken waren „Dachbodenfunde“, eine stammt aus der Region und war zeitweilig auch als Eishockeyglocke im Schönheider Eisstadion im Einsatz, die andere wurde aus der Weimarer Gegend gespendet. Eine dritte, passende Glocke wurde in Apolda bestellt, aber leider nie geliefert. So rufen eben die zwei vorhandenen die kleine Gemeinde zu den Gottesdiensten.