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Reformationsjubiläum 2017

Der Countdown läuft!

14 Monate sind es nur noch bis zum Reformationsjubiläum. Wir starten für Sie einen „Reformationskalender“. Öffnen Sie mit uns in jedem Monat ein Türchen, lesen Sie unser
Kalenderblatt! Wir erzählen Ihnen das eine oder andere davon, was in der Reformationszeit geschehen ist.

Die Pfarrer des Eibenstocker Pfarrkonventes

 

Reformationskalender Oktober 2016Reformationkalender Oktober 2016


Ein Ereignis im Oktober, das mit der Reformation zu tun hat? Ja – natürlich – der Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 wird jedem dazu einfallen. Dazu ist - und wird immer wieder viel geschrieben.  

Der Thesenanschlag hat ein anderes Ereignis zur Folge – auch eins im Oktober – 1518. 

Der Ordensgeneral der Dominikaner und päpstliche Gesandte, Kardinal Thomas Cajetan, trifft vom 12.-14.Oktober mit Martin Luther in Augsburg zusammen. Die Begegnung findet im Stadtpalast der Fugger statt. 

In Augsburg hatte zuvor ein Reichstag getagt, doch der Kaiser war bereits abgereist. 

Das Gespräch zwischen Luther und Cajetan, so ist mehrfach zu lesen, hat einen freundlich-väterlichen Ton. Doch die Ansichten, die hier aufeinandertreffen, sind nicht miteinander vereinbar. Cajetan beruft sich auf die päpstliche Bulle Unigenitusdeifilius (der einziggeborene Sohn Gottes) von 1343. Papst Clemens VI erklärt darin: „Er (Jesus) hat … nicht nur einen Tropfen Blut – der gleichwohl … für die Erlösung des ganzen Menschengeschlechtes genügt hätte -, sondern gleichsam einen Strom vergossen … Einen solch großen Schatz hat er … für die streitende Kirche erworben. Diesen Schatz nun … hat er zur heilsamen Austeilung an die Gläubigen durch den seligen Petrus, den Schlüsselträger des Himmels, und dessen Nachfolger, seine Stellvertreter auf Erden, hinterlassen …“ 

Deshalb kann Cajetan, der selbst von der Unfehlbarkeit des Papstes überzeugt ist, die Thesen Luthers nur als ketzerisch werten. 

Luther aber beruft sich auf das Evangelium und verweigert konsequent den Widerruf seiner Thesen. Einen Vermittlungsversuch des päpstlichen Kammerherrn Karl von Miltitz lehnt Luther ab. Immerhin bietet Luther dem Gesandten an, zukünftig über die strittigen Dinge zu schweigen, wenn auch seine Gegner (Tetzel u.a.) sich zum Schweigen verpflichten. 

Des nachts flieht Luther schließlich. Er fürchtet eine drohende Verhaftung. Seine Befürchtungen waren sicher nicht unbegründet, denn das Mandat, mit dem Papst Leo X seinen Gesandten Cajetan ausgerüstet hatte, sah vor, Luther im Falle einer Verweigerung des Widerrufs sofort zu bannen oder ihn gefangen zu nehmen und nach Rom zu bringen. 

Dass das Gespräch wohl doch nicht nur in freundlichem Ton gehalten war, macht ein Brief deutlich, den Luther 4 Tage nach dem Verhör an Cajetan schreibt. Darin heißt es: „Nun aber will und kann ich nicht länger nutzlos hier verweilen. Mir selbst fehlen die nötigen Mittel, und meinen Gastfreunden, den Karmelitern, bin ich bereits mehr als genug zur Last gefallen. Vor allem aber habt Ihr mir ja voll Zorn verboten, noch einmal vor Euren Augen zu erscheinen, wenn ich nicht widerrufen wollte.“ 

Das Verhör in Augsburg gilt als der erste Schritt im Prozess gegen Luther, der schließlich im Januar 1521 zur Exkommunikation des Reformators führte. 

Margot Käsmann, die frühere Bischöfin und Ratsvorsitzende der EKD, hat 2012 die katholische Kirche aufgefordert, bis zum Reformationsjubiläum 2017 die Exkommunikation Luthers aufzuheben.

Luther vor Cajetan – kolorierter Holzschnitt von 1557Luther vor Cajetan – kolorierter Holzschnitt von 1557

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luther vor Cajetan – kolorierter Holzschnitt von 1557