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Reformationkalender Mai 2016

Friedrich der Weise, Kurfürst von
Sachsen (1463-1525) Holzschnitt
von Albrecht Dürer 1524Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen (1463-1525) Holzschnitt von Albrecht Dürer 1524Am 5.Mai 1525 starb Friedrich der II. von Sachsen, bekannt als Friedrich der Weise.

Diesen Beinamen hat er sich durch seine diplomatischen Fähigkeiten erarbeitet. Sie kamen ihm auf ganz verschiedenen Gebieten zur Hilfe. So spielte er eine wichtige Rolle bei der Wahl des deutschen Kaisers. Friedrich war zunächst der Wunschkandidat des Papstes, erkannte aber, dass ein Habsburger der Bedrohung Europas durch die Türken viel besser begegnen konnte und so unterstützte er schließlich Karl von Spanien. Dessen Macht suchte er allerdings unverzüglich durch Erarbeitung einer Wahlkapitulation zugunsten der Kurfürsten einzuschränken.

Friedrich hat es immer wieder vermieden, sich in kriegerische Auseinandersetzungen ziehen zu lassen. Das galt auch für die Auseinandersetzungen um die Bauernaufstände. Seinem Rechtsempfinden folgend, sah er die harten Lebensumstände, die die Bauern zur Revolte trieben. Militärische Härte war da keine Lösung.

Als Förderer der Wissenschaften hat Friedrich 1502 die Wittenberger Universität gegründet und sie zu einem geistigen Zentrum ausgebaut, in dem hervorragende Humanisten und Theologen Raum fanden, ihre Ideen, die schließlich in die Reformation mündeten zu entwickeln.

Zu ihnen zählte natürlich auch Martin Luther, über den Friedrich mit ausgesprochen diplomatischem Geschick schützend seine Hand hielt und damit der Ausbreitung der Reformation einen nicht zu überschätzenden Dienst erwies. Er sorgte dafür, dass Luther trotz Kirchenbann auf dem Reichstag zu Worms gehört wurde, freies Geleit erhielt, schließlich auf der Wartburg in Schutzhaft sein konnte und darüber hinaus seine Tätigkeit in Wittenberg weiter treiben konnte. Friedrich soll Luther nie persönlich gesprochen haben, aber mit ihm – so wie mit vielen herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit- einen intensiven Briefwechsel geführt haben. Auch das gehörte wohl zu seinem Kalkül.

Trotz, dass Friedrich der Weise z.B. auch als herausragender Sammler von Reliquien tief in der katholischen Frömmigkeit seiner Zeit zu Hause war, war ihm dennoch die Reformbedürftigkeit seiner Kirche bewußt und er stellte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten den Herausforderungen, die ihm damit vor die Füße gelegt worden sind. Damit ist er uns ein Beispiel für einen Menschen, der seine Kraft für das einsetzt, was er als richtig erkannt hat und der versucht, vor Gottes Angesicht seiner Verantwortung gerecht zu werden. Es kommt im letzten nicht darauf an, ob man Mönch, König, Bauer oder ein anderer „Normalsterblicher“ ist. Entscheidend ist, dass man sein Tun im Angesicht Gottes verantwortlich reflektiert und seine Kraft dafür einsetzt, das als richtig Erkannte nach Kräften zu fördern.

Michael Poppitz, Stützengrün