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Reformationsjubiläum 2017 Reformationskalender Juli 2016

Der Countdown läuft!

22 Monate sind es nur noch bis zum Reformationsjubiläum. Wir starten für Sie einen „Reformationskalender“. Öffnen Sie mit uns in jedem Monat ein Türchen, lesen Sie unser
Kalenderblatt! Wir erzählen Ihnen das eine oder andere davon, was in der Reformationszeit geschehen ist.

Die Pfarrer des Eibenstocker Pfarrkonventes

 

Reformationkalender Juli 2016

Die „Confessio Augustana“ (Inhalt)

 

Innerhalb dieser Bekenntnisschrift ist der 4. Artikel von zentraler Bedeutung. Dieser gilt als der „Schlüssel“ für das Verständnis aller anderen Artikel. Er trägt die Überschrift: „Von der Rechtfertigung“. Die Rechtfertigung, nämlich daß der Mensch vor Gott bestehen kann, ist demnach unverdiente Gnade. Das heißt: Schuldvergebung und Gerechtigkeit vor Gott vermag kein Mensch sich selbst zu verdienen. Schuldvergebung und Gerechtigkeit vor Gott kann der Mensch sich nur schenken lassen. Mit anderen Worten: Selbsterlösung, Selbstrechtfertigung, Selbstheilung sind nicht möglich. Das Heil geht von Gott aus. Durch Jesus Christus handelt Gott an uns und für uns vergebend und erlösend.

Titelblatt der ersten mit Vorstücken versehenen latein. Ausgabe der CA, Wittenberg 1531Titelblatt der ersten mit Vorstücken versehenen latein. Ausgabe der CA, Wittenberg 1531

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 





Wenn alle übrigen Artikel von diesem 4. her zu verstehen sind, so gilt das besonders für den 20. Artikel mit der Überschrift: „Vom Glauben und den guten Werken“. Dieser Artikel geht auf den Vorwurf ein, die Reformatoren würden sich auf die „billige Gnade“ verlassen und darüber den angemessenen christlichen Lebenswandel (die guten Werke) vernachlässigen.

Demgegenüber wird herausgestellt: Der Glaube, der sich ganz auf Gottes Barmherzigkeit gründet, erkennt in Gottes Liebe den einzigen Heilsgrund: „Aus Gnade seid ihr selig geworden durch den Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“(Epheser 2,8). Indem der Mensch auf Gott vertraut, erschließt er sich das Heil. Er weiß sich in Gottes Liebe geborgen. Diese Glaubensgewißheit wiederum befähigt den Christen zum Tun des Guten. Die guten Werke sind also Folge und Ausdruck des Vertrauens auf Gottes Gnade. Sie sind aber keinesfalls Vorbedingung für das Heil.

Auch in den anderen Artikeln ist stets vorausgesetzt, daß allein Gott die Heilsursache ist, daß Gott uns zugute handelt, während der Mensch der Empfangende bleibt.

Diese Einsicht „entkrampft“ die christliche Frömmigkeit, heilt die „Verwerfungsangst“, befreit vom religiösen Leistungsdruck, erlöst zur „Freiheit der Kinder Gottes“.

 

Christof Schumann, Johanngeorgenstadt