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Bild und Bibel März 2015

Passionsbild von Jochem PechauPassionsbild von Jochem Pechau

 

Liebe Leser,

Ich möchte Sie mitnehmen in die Betrachtung des Passionsbildes von Jochem Pechau.

Was hier draußen geschieht, macht mir Angst.

Wer ist dieser Mensch, der gerade vor meinem Haus ... ? Wenn er nun stirbt!

Der muss ganz schön was auf dem Kerbholz haben, wenn sie ihn so durch die Straßen schleifen!
Eben hab ich sie noch kommen sehen – das Hinrichtungskommando – die römischen Soldaten – wie sie ihn getrieben haben, hinter sich her schleiften – unter Flüchen und Schlägen. Der konnte doch bald nicht mehr. Der war doch fix und fertig. Nun ist er zusammengebrochen.
Ausgerechnet vor meinem Haus. Ich hab schon so was geahnt – und mich rechtzeitig unsichtbar gemacht. Wer weiß, in was man da mit rein gezogen wird.
Einer ist zusammengebrochen. Einen haben sie fertig gemacht. Schlimm ist das! Aber was geht’s mich an! Ich bin doch nicht verantwortlich!
Wegsehen, totschweigen, raushalten, sich eine eigene Meinung verkneifen - aus Angst? Weil man keine Scherereien haben will? Weil man sowieso nichts machen kann?
Ich will nicht richten über die Person hinter dem Vorhang, weil ich mich kenne, weil ich schon zu oft ähnlich reagiert habe.
Auch Petrus hatte Angst in der entscheidenden Stunde. Er hat versagt und seinen Herrn verleugnet. Jesus hat es gewusst, dass es so kommen würde.
Er hat es ihm im Voraus gesagt. Und er hat ihm damit den Weg geebnet für einen neuen Anfang. Als nichts mehr da war von der einstigen Stärke des Petrus, nur noch Verzweiflung und Scham über das schmähliche Versagen, da knüpft der Herr neu an. Da nimmt er den Jünger Petrus in seinen Dienst, einen geläuterten Petrus, einen, der seine Grenzen gespürt hat und dem alle großspurigen Worte vergangen waren.
Herr, wenn ich vielleicht auch heute noch zu feige bin und zu ängstlich zum Helfen, zum Handeln, meine Stimme zu erheben, lass die Stunde kommen, in der ich über meinen Schatten springe und an deiner Seite bin und an der Seite derer, die fertig gemacht werden.

Pfr. Volkmar  Becher,  Eibenstock